Katharina Brichetti

Gesundheitsorientierte Planung und Forschung

Heilsame und heilende Architektur

Raumqualitäten erkennen und vermitteln

Die gebaute Umgebung hat großen Einfluss auf den Menschen, kann krank machen oder wohltuend und heilsam wirken. Ein Kernproblem ist der Stress, der durch eine schlechte gestaltete Architektur und antiurbane Stadträume entsteht. Hinzu kommen weitere Belastungen wie soziale Dichte und soziale Problematik, Lärm- und Feinstaub und die anstehenden Klimaveränderungen. Dieser Stress, der durch diese Mehrfachbelastungen entsteht, ist in besonderer Weise schädlich, da die gestaltete Umwelt einen langfristigen Einfluss hat, dem wir uns nicht entziehen können. Leitworte wie „Architecture for Health“, „Healing Design“, und „Urban Health“ und „HealthyLiving“ charakterisieren eine wachsende Bewegung: für Stadträume, für Bauten und insbesondere Gesundheitsbauten, die nicht nur technisch funktional gestaltet sind, sondern so, dass Menschen sich in ihnen wohl fühlen und auch besser und schneller gesund werden.

Hierbei ist es ist notwendig zu erkennen, wie genau Gestaltung über Atmosphären unser leib-seelisches Empfinden bestimmt. Die atmosphärische Wirkung der Räume auf unser Befinden, geschieht nicht willkürlich, sondern es gibt bestimmte Regeln, die einen Raum zu einem erholsamen und stressfreien Raum machen. Im Mittelpunkt steht der Benutzer mit seinem Erleben als ein neuer Trend einer „Rehumanisierung von Architektur“ (Gerrnot Böhme). Das Thema Architektur und Gesundheit wird allmählich nicht nur als spezieller Bereich bei Krankenhausbauten berücksichtigt, sondern gilt zunehmend als ein generell wichtiges Thema bei allen Gebäudearten. Architektur und Gesundheit beginnt nun sich als ein Grundthema des Bauwesens zu etablieren.

Um Wirkung zu untersuchen und zu beschreiben, werden stilkundliche und gesellschaftliche Aspekte betrachtet sowie auf Arbeiten phänomenologischen Charakters zurückgegriffen, ebenso auf neuere Erkenntnisse aus Humanwissenschaften wie Psychologie, Physiologie und Hirnforschung und auf neuere Innovative Technologien. Durch dieses Wissen wird es möglich zu verstehen, wie die Umgebung emotionale Reaktionen beeinflusst und wie Räume durch ihre Gestaltung zur Gesundheit, Entspannung, Entschleunigung, Spiritualität und Gemeinschaft beitragen können. Es konnte dabei vielfach belegt werden: Menschenfreundliche Raumgestaltung fördert nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch Gesundheit und Genesung. Der Sensibilisierung für die Umwelt theoretisch wie auch im praktischen Erleben eine neue Rolle zu verschaffen, kann gefördert und vermittelt werden.


Hieraus ergibt sich ein neues Forschungsfeld Architektur und Gesundheit.

Ob Bachelor- oder Masterarbeit, Promotion oder Forschungsprojekt – gerne biete ich zu diesem Forschungsfeld eine persönliche Betreuung an.


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